Manche Menschen schauen mehrmals am Tag auf ihr Handy.

Andere kontrollieren immer wieder, ob die Haustür wirklich abgeschlossen ist.

Wieder andere beobachten ihren Körper.

Jedes Ziehen.

Jedes Stechen.

Jede Veränderung.

All diese Menschen tun etwas, das vollkommen nachvollziehbar ist.

Sie suchen Sicherheit.

Denn wer einmal etwas erlebt hat, das alles verändert hat, möchte vor allem eines:

Nie wieder überrascht werden.

Aber kann ständige Wachsamkeit überhaupt das geben, wonach wir suchen?

Wachsamkeit fühlt sich zunächst wie Sicherheit an.

Sie vermittelt das Gefühl, vorbereitet zu sein.

Je länger sie anhält, desto mehr verändert sich der Blick.

Plötzlich scheint überall etwas zu sein, auf das man vorbereitet sein muss.

Der Körper.

Die Gedanken.

Das Umfeld.

Der Blick sucht ununterbrochen nach dem nächsten Zeichen.

Doch irgendwann fällt etwas auf.

Die Gefahr ist längst vorbei.

Die Anspannung nicht.

Worauf wollen wir vorbereitet sein?

Entspannung fühlt sich plötzlich nicht mehr sicher an.

Sie fühlt sich ungeschützt an.

Also versuchen wir, vorbereitet zu bleiben.

Vorbereitet zu sein gibt uns das Gefühl von Schutz.

Für einen Moment.

Und trotzdem bleibt die Anspannung.

Wenn sich Entspannung unsicher anfühlt –

ist sie dann wirklich unsicher?

Oder haben wir Sicherheit und Vorbereitetsein zu lange für ein und dasselbe gehalten?